Ein passenderes Ambiente als Schloss Eichholz hätte man sich als
Spielstätte für die "Lustbarkeiten am Zarenhof" nicht wünschen
können. Die hohen Fenster, der opulente Stuck, die imposanten Ölgemälde
an den Wänden. Dies alles war prächtige Kulisse für die
dargebotenen Musikstücke im Rahmen der Eichholzer Schlosskonzerte.
Der Saal platzte aus den Nähten ob des Zuschauerandrangs, und zusätzlich
Stühle mussten rasch herbeigeholt werden.
Angekündigt als heitere Alternative zum Karneval ging es im
ersten, konzertanten, Teil des Abends jedoch überwiegend schwermütig
zu. [...]
Durchweg heiter ging es aber nach der Pause weiter mit dem
Singspiel "La Serva Padrona" (Die Dienerin als Herrin) von
Giovanni Pergolesi. Dominiert wurde das Bühnenbild von einer übergroßen
Tasse mit Zwiebelmuster und verziert mit Sahnehäubchen. Genau um
diese Tassen genauer gesagt, um das Servieren der allmorgendlichen heißen
Schokolade geht es in der Opera buffo, die Pergolesi im Alter von 23
Jahren 1733 komponierte.
Wer hat die Macht im Haus? Jedenfalls nicht Hausherr Uberto (Fabian
Hemmelmann), in Schlafrock und Pantoffeln. Wer serviert die
Schokolade? Jedenfalls nicht die kecke Magd Serpina (Natalie Harach),
im tiefblauen barocken Reifrock mit viel weißer Spitze. [...]
Eine List des Dieners Vespone, in einer Sprechrolle der künstlerische
Leiter Sergei Kudriaschow, leitet schließlich das Happy End ein. Für
Bass und Sopran bietet dieses vergnügliche Werk aber viele schöne
Arien, die die beiden stimmlich immer präsenten Solisten mit Bravour
meisterten. Unterstützt von Streichern, Oboe und Cello, die die
leichtfüßig-beschwingte Musik stilsicher präsentierten.
Für so viel "Gute-Laune-Musik" bedankte sich das
Publikum mit lang anhaltendem Beifall.